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Past performance is no reliable indicator for future results.



Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässliche Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investments zu.

Das Magazin für technisches Trading | Ausgabe: 04/2000

 

Vom Risiko einzelner Anlageformen

Risiko im Trading ist eine subjektive Sache: Was auf den untrainierten Anleger hochriskant wirkt, kann für den trainierten Trader das wohlkalkulierte Austarieren eines Portfolios bedeuten.

Im Trading definiert sich Risiko, objektiv betrachtet, durch die Volatilität eines bestimmten Anlagewertes: Je ausgeprägter Berge und Täler seiner Entwicklungskurve, desto volatiler und riskanter ist der Wert. Risiko, Ertrag und Verlust stehen dabei in einem unmittelbaren Zusammenhang: Ein riskanter, also stark schwankender Wert kann höhere Erträge bringen als ein anderer mit gleichförmiger Entwicklung - aber auch stärkere Einbrüche. Doch Risiko ist immer auch eine subjektive Empfindung.

Vom Risiko einzelner Anlageformen

Gerade der Handel mit Futures wird oft als sehr risikoreich empfunden, eine Anlage in Futures etwa als riskanter betrachtet, als jene in Aktien. Objektiv betrachtet, sagt die Art des Anlagewertes aber sehr wenig über das tatsächliche Trading-Risiko aus.
.Angenommen ein Trader A investiert in eine Handvoll Aktien am Frankfurter Neuen Markt und prüft erst zwei Monate später, was aus seinem Investment geworden ist. Sein Risiko ist hoch: Die gekauften Werte können sich in beide Richtungen massiv verändert haben. Trader B investiert sein Kapital ausschließlich in Futures-Kontrakte. Im Gegensatz zu A befolgt er dabei ein striktes System: Erreicht ein bestimmter Einzelwert seines Portfolios eine vorher festgelegte Marke ober- oder unterhalb des Kaufpreises, so verkauft er einen Teil der Kontrakte (Gewinnmitnahme) oder alle Kontrakte des Wertes (Verlustbegrenzung). Diese Methode wird Stop-Loss-Order genannt und führt zu einer wirkungsvollen Risikobegrenzung. Trader B, der Futures mit einem konsequenten Money Management handelt, seine Verluste mit strikten Stop-Loss-Orders begrenzt und sich diszipliniert an sein System hält, geht ohne Zweifel weniger Risiko ein als Trader A, der sein Investment einfach ?laufen läßt?.
Auch Optionen werden gerne als ?weniger risikoreich? als Futures angesehen. Schließlich - so die Argumentation - könne man bei einer Investition in Optionen maximal das eingesetzte Kapital verlieren, während das Verlustrisiko bei einem Terminkontrakt auch ein Vielfaches betragen kann. Kein vernünftiges Kapitalmanagement würde die Verluste aber jemals auch nur in die Nähe von 100% kommen lassen - für einen seriösen Trader ist ein derartiges Risiko ebenso abenteuerlich wie ein hypothetisch. Die Aussicht, noch mehr zu verlieren, ist es erst recht.

Risiko und Anlagehorizont

Ein weiteres Vorurteil besagt, ?kurzfristige Spekulationen? wären riskanter als ?langfristig orientierte Anlagen?. Risiko hat mit der zeitlichen Dimension eines Investments objektiv nichts zu tun. Ein langfristig orientierter Anleger, der ein hohes Risiko in Kauf nimmt, wird einfach nur länger brauchen, um sein Geld zu verlieren.

Kein Gewinn ohne Risiko

Risiko ist also immer durch die Anlagestrategie und das Risikomanagement definiert. Was alle langfristig erfolgreichen Trader auszeichnet, ist ihre Bereitschaft, kalkulierbare Risiken einzugehen, von Abenteuern aber selbst angesichts hoher potentieller Gewinne die Finger zu lassen. Ganz ohne Risiko gibt es freilich auch keinen Gewinn: Eine Fußballmannschaft, die alle elf Spieler im eigenen Strafraum konzentriert, um nur ja kein Tor zu bekommen, wird vielleicht nicht einmal dieses Ziel erreichen, aber sicher nicht gewinnen. Oder wie es die Traderlegende Ed Seykota in ?Market Wizards? treffend auf den Punkt bringt: ?You can?t win, if you don?t bet.?
Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Risiko als potentielles Problem jeder Geldanlage soll nicht verharmlost, sondern durchschaubar gemacht werden. Ein Investor sollte daher immer jenes Produkt wählen, das seinen Anlagezielen und seiner Risikobereitschaft entspricht. Der Erfolg eines solchen Investments hängt dabei ganz wesentlich von zwei Faktoren ab: Von der Fähigkeit des Commodity Trading Advisors (CTA), dem psychologischen Risikoprofil des Investors und dem tatsächlichen Risikoprofil (der Volatilität) des Investments.

Ein Investor, dessen Risikoprofil nicht mit jenem des CTAs übereinstimmt, kann Geld verlieren, obwohl der CTA insgesamt gewinnt. Nehmen wir an, der CTA hatte vier positive Monate mit glänzender Performance. Der Anleger steigt im fünften Monat in Erwartung weiterer Gewinne ein. Tatsächlich verbucht der CTA zwei weitere gute Monate, verliert dann aber drei Monate hintereinander. Der Anleger wird nervös und steigt aus. In den vier Folgemonaten ist das Ergebnis wieder stark positiv.

Fazit: Obwohl der CTA eine positive 12-Monats-Performance vorzeigen kann, ist der Investor mit einem Verlust ausgestiegen, weil sein Risikoprofil mit den Zielen des Traders (hohe Gewinne, aber zwischenzeitlich größere Drawdowns) nicht kompatibel war.